Bangr Nooma

Die Arbeit von Bangr-Nooma

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind ca. 4. Millionen Frauen und Mädchen von der Genitalverstümmelung betroffen. Praktiziert wird vor allem die Exzision, bei der den Mädchen ohne Betäubung die Klitoris teilweise oder vollständig sowie Teile der inneren Schamlippen entfernt werden.

1998 begann Rakiéta Poyga-Sawadogo gemeinsam mit fünf Frauen mit ihrer Aufklärungs-und Überzeugungskampagne in ihrem Stadtviertel in Ouagadougou und gründete die „Association Bangr-Nooma“, sinngemäß übersetzt mit „Es gibt nichts Besseres als Wissen“. Wenig später bezog Rakiéta auch ihr Heimatdorf und dessen Nachbardörfer in die Kampagne ein.

Der Schwerpunkt der Arbeit von Bangr Nooma liegt auf der Unterstützung von Frauen und Mädchen bei der Verbesserung der Lebensbedingungen ihrer Familien. Dabei steht der Kampf gegen die Genitalverstümmelung im Mittelpunkt. Sie wenden sich v.a. an Mädchen und Frauen, aber auch an traditionelle und religiöse Autoritäten sowie an all jene, die in ihren Gemeinschaften Ansehen genießen.
Außerdem vermittelt Bangr-Nooma Patenschaften, um vor allem Mädchen den Schulbesuch zu ermöglichen, fördert Frauenkooperativen mit Projekten im Rahmen der Hilfe zur Selbsthilfe und führt Alphabetisierungskurse für Frauen durch.

Im Zentrum stehen die Sensibilisierungskampagnen in den Dörfern und in den armen Stadtrandvierteln der Hauptstadt Ouagadougou. Die Kampagnen erstrecken sich über drei Jahre und folgen hinsichtlich ihres Inhalte und ihrer Methodik einer Strategie, die sich als nachhaltig erwiesen hat.

Im ersten Jahr verläuft die Aufklärung in drei Phasen: In der ersten Phase versucht Bangr-Nooma, die Dorfchefs für ihre Aktivitäten zu gewinnen. Stehen diese dem Anliegen offen gegenüber, wählt Bangr-Nooma mit einem Test eine Frau und einen Mann aus der Dorfbevölkerung aus, die zur Animatrice/zum Animateur ausgebildet werden. Durch kontinuierliche Gespräche versuchen sie, allmählich das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen. Später leiten sie eine Dorfversammlung ein, auf der öffentlich über die genitale Verstümmelung diskutiert und ein ehrenamtliches Dorfkomitee gegen Beschneidung gebildet wird. In der zweiten Phase liegt der Schwerpunkt auf der Schulung von lokal einflussreichen Personen wie z.B. LehrerInnen, Polizisten, traditionellen Hebammen und Beschneiderinnen. Die Zusammenarbeit zwischen Dorfkomitee, Animatricen/Animateuren sowie den ehemaligen Beschneiderinnen bestimmt die dritte Phase: Gemeinsam wird eine Liste der bedrohten Mädchen erstellt und deren körperliche Unversehrtheit überwacht. Die ehemaligen Beschneiderinnen spielen hier eine entscheidende Rolle, erfahren sie doch von geplanten Beschneidungen und können diese zur Anzeige bringen.

Im zweiten und dritten Jahr vertieft Bangr-Nooma gemeinsam mit den Dorfkomitees die Aktivitäten, um einen nachhaltigen Erfolg der Aufklärungsarbeit zu gewährleisten. Danach arbeiten die Komitees unabhängig und führen die Arbeit eigenständig fort.

Kontakt:
Rakieta Poyga-Sawadogo
rakieta.poyga@gtz.de


Spendenkonto:


Bangr Nooma
Bank of Africa
Burkina Faso
IBAN: BF21 C008 4010 0101 1495 2003 168
SWIFT: AFRIBFBF
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